Pressemitteilung
Kita-Gebühren nach Einkommen: Jusos wollen Modelle prüfen lassen
Die Jusos Karlsruhe wollen Familien entlasten – trotz knapper Haushaltslage und mitten im Aufbau der Ganztagsbetreuung. Ihre Mitgliederversammlung beschloss dazu am vergangenen Mittwoch, den 30. September 2026, sieben Vorschläge, die auf Gesprächen bei DAS FEST 2026 beruhen und an die SPD-Fraktion im Gemeinderat weitergeleitet wurden.
Im Mittelpunkt stehen die Kita-Gebühren. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat soll von der Verwaltung Modelle anfordern, die sich stärker am Einkommen orientieren. Im Blick stehen kleine und mittlere Einkommen sowie Familien mit mehreren Kindern. Eine Gebührenfreiheit für alle sehen die Jusos angesichts der Karlsruher Haushaltslage nicht als einzigen Weg.
Bei der Gebührenfreiheit sehen die Jusos das Land in der Pflicht: Es soll sie einführen und finanzieren, damit Kommunen nicht allein dafür aufkommen. Außerdem soll das im Wahlkampf von CDU und Grünen versprochene verpflichtende Kita-Jahr so schnell wie möglich kommen.

„Als staatlich anerkannter Erzieher weiß ich, wie viel ein guter Start in der Kita für die spätere Bildungsbiografie ausmacht“, sagt Jean-Paul Marienfeld, Co-Vorsitzender der Jusos Karlsruhe-Stadt. „Das Land hat ein verpflichtendes Kita-Jahr versprochen. Jetzt muss es kommen.“
Bei der Ganztagsbetreuung ist für Erstklässler im Schuljahr 2026/27 eine Betreuung von 7:30 bis 16:30 Uhr vorgesehen. Die Jusos wollen nach dem ersten Halbjahr auswerten lassen, wo Familien mehr brauchen und wo Wartelisten entstehen. Für die Ferien soll die Stadt prüfen, wie Jugendverbände und Vereine Angebote beisteuern und eingebunden werden können.
„Familien merken im Alltag, ob etwas funktioniert: bei der Kita-Rechnung, in der Betreuung, auf dem Schulweg“, so Marienfeld. „Wir schreiben keine Wunschliste, sondern Schritte, die Karlsruhe aus unserer Sicht auch bei knappem Geld gehen kann.“
Weitere Vorschläge betreffen Spielplätze, Räume für Jugendliche, Hitzeschutz, Wohnen und Schulwege. So soll die Verwaltung offenlegen, wie lange Spielplatz-Reparaturen dauern. Ergebnisse der Hitzeprüfung für Kitas und Schulen sollen öffentlich und nach Dringlichkeit vorliegen. Beim Wohnen soll die Stadt regelmäßig zeigen, wie viel familiengeeigneter, preisgebundener Wohnraum geschaffen oder aktiviert wird.
„Bevor die Stadt Gebühren erhöht oder Entlastungen streicht, muss klar sein, was das für jede Familie bedeutet“, so Marienfeld.